4. Nov, 2016

Kempten: Die Stadt der Zukunft für Ältere - Markenzeichen Generationenfreundliche Betriebe

Demografie

Der Anteil an Seniorinnen und Senioren in der Bevölkerung steigt stetig. Damit die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, müssen die Wohnviertel sich verändern. Kempten versucht, Selbständigkeit im Alter zu fördern. 

("Das aktuelle Thema" Allgäuer Zeitung Nr. 251 vom 29.10.2016 - von sih)

Kempten: Jahrzehntelang lebt man in derselben Wohnung, findet sich zurecht, kennt die Nachbarn, fühlt sich wohl in seiner Umgebung. Und so dann kommt das Alter mit all seinen kleinen Beschwerlichkeiten.

In Kempten steigt die Zahl der Senioren stetig, ein Fünftel der Einwohner ist älter. Ja als 65 Jahre. Dieser Anteil wird noch weitaus größer werden und deshalb wird in der Stadt viel gesprochen, wie man Kempten für die tausenden Senioren lebenswert gestalten kann.

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Es gibt ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept. Umgesetzt werden soll es in kleinen Schritten mit vielen kleinen und größeren Projekten. Ein strategisches Ziel, wie für den Tourismus oder die Kultur Jahr für Jahr viel Geld in die Hand zu nehmen für ein seniorengerechtes Kempten, gibt es nicht. 

„Die Menschen wollen im Alter zuhause wohnen bleiben", sagt Kordula Amann-Fischer vom Amt für Ausbildungsförderung und Wohnungsfragen. Damit sie das auch können, komme es vor allem auf die Gestaltung und die Möglichkeiten innerhalb der Wohnviertel an. Denn: Der Bewegungsradius im Alter erstreckt sich überwiegend auf die eigenen vier Wände und auf 500 Meter rund um das Wohnumfeld.

Daher sollte innerhalb dieses Radius die Versorgung möglich sein. Das heißt: In jedem Quartier sollte es Einkaufsmöglichkeiten, einen Arzt, eine Apotheke, einen Friseur und eine Bank geben. Neben diesen praktischen Dingen ist Amann-Fischer aber vor allem eines wichtig: Die Schaffung eines Wir-Gefühls. Die Menschen sollen in einem wertschätzenden gemeinschaftlichen Umfeld leben."

Anlaufstelle und soziale Projekte für Senioren

Dabei helfen Projekte, die die Bewohner eines Viertels gemeinsam erleben, wie zum Beispiel das Anlegen eines Gartens, ein Mittagstisch oder Filmabende. Solche Projekte wurden vor wenigen Tagen im seniorenpolitischen Ausschuss der Stadt vorgestellt. Wichtig sei außerdem, dass es in jedem Quartier eine Anlaufstelle für Senioren gibt, in der sie sich beraten lassen und Wünsche und Anregungen äußern können.

Das alles ist aber noch Zukunftsmusik. In einigen Stadtteilen, allen voran in der Altstadt, ist bereits eine gute Grund- und Nahversorgung gewährleistet, gibt es soziale Projekte und eine Anlaufstelle. In Kempten-Ost wird derzeit verstärkt geplant. Andere Quartiere aber sind noch kaum seniorenfreundlich.

Einen konkreten Plan, bis wann alle Stadtteile mit den genannten Einrichtungen ausgestattet werden, gibt es nicht, sagt Christine Weixler von der Stadt Kempten.

(Quelle: "Das aktuelle Thema" Allgäuer Zeitung Nr. 251 vom 29.10.2016 - von sih)